Danger(ous) Measures durch Filmproduktion und forschungsbasierte künstlerische Praxis

Die aktuelle Stipendiatin Vanessa Gravenor wird im Rahmen des Programms „Nach dem Markt“ von otte 1 am Samstag, 22.11.2025 um 12:30 Uhr in dem Künstlergespräch „Dangerous Measures“ über ihre filmische und medienbasierte Praxis sprechen.

Gravenor wird sich mit der Arbeit mit geheimen Militärgeschichten befassen und die Ästhetik der Geheimhaltung als theoretische und praktische Methode nutzen, um die unbekannten bekannten Faktoren, die in Kriegsspielen immer eine Rolle spielen, zu stören, aber auch zu verbreiten. Von ehemaligen sowjetischen Geheimstädten an der Westküste Lettlands bis hin zu einem Bunker außerhalb der kanadischen Parlamentshauptstadt in Carp, Ontario, dokumentiert Gravenor Landschaften und Randregionen und spürt dabei den paranoiden Überresten des Kalten Krieges nach. Sie lässt ihre Kamera laufen, während sie imaginativ den Blick der Soldaten und gespenstischen Partisanen, die den Himmel und das Meer überwachten, nachzeichnet und rekonstruiert.

Während ihres Stipendiums hat Gravenor ihren Fokus auf die nördliche Ostseeregion und den Militärstützpunkt in Eckernförde gerichtet. In einem laufenden Filmprojekt untersucht sie die Spannungen und Ambivalenzen zwischen Zonen der Gewalt und des Friedens und wie Aufwärmübungen, Drills und Vorbereitungen auf zukünftige Bedrohungen offenbaren können, wie Kriege sich auf die Psyche, aber auch auf die Ökologie auswirken, und zwar durch imaginäre und historische Produktionslinien.