Cindy Sherman: 50 Jahre Maskerade
Am Samstag, 16. August um 12:30 Uhr, greifen wir das Thema Selbstporträt noch einmal auf und beschäftigen uns mit den Werken von Cindy Sherman.
Cindy Sherman (*1954 in Glen Ridge, New Jersey) hat mit ihren Fotografien die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Sie inszeniert sich selbst in einer Vielzahl von Rollen und Kostümen, wobei sie oft auf stereotype Darstellungen von Frauen in Film, Mode und Werbung anspielt. Ihre Arbeit ist weniger eine klassische Selbstporträtserie, die auf authentische Selbstoffenbarung abzielt, sondern vielmehr eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollenbildern und deren Darstellung in der Öffentlichkeit.

Die Künstlerin wuchs als Cynthia Morris in Huntington in New York als jüngstes von fünf Kindern auf. Ihr Vater, ein passionierter Kamerasammler, arbeitete als Ingenieur und die Mutter als Lehrerin. Mit zehn Jahren bekam sie ihren ersten Fotoapparat. Im Herbst 1972 begann sie ein Studium am Art Departement der State University of New York in Buffalo. Anfangs interessierte sie sich für Malen, Zeichnen und Skulptur, sie entdeckte jedoch schnell die Fotografie als ihr gemäßes künstlerisches Medium. Viele von Cindy Shermans Fotografien stellen die Repräsentation von Frauen in der Populärkultur in Frage, stellen Stereotypen und vorgefasste Meinungen über Frauen infrage.

Die Zeitschrift ARTnews wählte sie 1999 unter die „10 besten lebenden Künstler“ (Heft 98/11, Dezember 1999).
Fotografien von Cindy Sherman gehören zu den teuersten Werken auf dem Kunstmarkt im Bereich Fotografie. 2007 wurde beim Auktionshaus Christie’s eine Arbeit für 2,850 Millionen US-Dollar versteigert. Das Museum of Modern Art in New York zeigte 2012 eine groß angelegte Ausstellung unter dem Titel Cindy Sherman. A retrospective.

