Arthur Götting – Berufsverbot 1937 in Eckernförde

Am Samstag, 4.7. stellt Rainer Beuthel um 12:30 Uhr den Eckernförder Künstler Arthur Götting vor. Artur Götting hat in Eckernförde Kunst geschaffen, die auch aktuell noch sichtbar ist. 1937 wurde seine Lehrertätigkeit durch Berufsverbot beendet.

Im Auftrag der Stadt gestaltete Arthur Götting, Zeichen- und Werklehrer am örtlichen Reform-Realgymnasium, Mitte der 30er Jahre den Gefion-Brunnen im heutigen Kurpark sowie das Äußere des „Goldenen Buches“, das bis 1979 in Gebrauch war.

Sein Schicksal steht für das vieler anderer, die als Kunst- und Kulturschaffende Opfer der Verfolgung durch das Naziregime wurden.

Nach seiner Ausbildung an der Kieler Handwerker- und Kunstgewerbeschule und einem anschließenden Werklehrerexamen trat Götting 1929 seinen Schuldienst in Eckernförde an. Im gleichen Jahr heiratete er Clara Kaufmann, die einer jüdischen Familie aus Göttingen entstammte. (Ihre Mutter Else starb 1943 im KZ Theresienstadt). Dem Naziregime stand er reserviert bis ablehnend gegenüber und wurde – anders als viele Lehrerkollegen – kein Mitglied der NSDAP, auch nicht aus taktischen Gründen wie etwa Wilhelm Lehmann.

Götting stand seit 1933 unter kritischem Blick der Nationalsozialisten aufgrund seiner Heirat mit Clara. 1936 mussten alle Lehrkräfte Fragebögen zur Abstammung der Ehepartner ausfüllen. Götting verweigerte eine Trennung von seiner Frau. Zum 31. Oktober 1937 wurde er schließlich in den Ruhestand versetzt, ein Jahr später aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Eine öffentliche Tätigkeit als Künstler oder Pädagoge war fortan unmöglich. Das Ehepaar Götting zog nach Göttingen, wo Arthur bis zum Ende des Krieges in verschiedenen Firmen der Rüstungsindustrie arbeiten musste. Nur aufgrund ihres angegriffenen Gesundheitszustandes wurde Clara im Januar 1945 nicht in ein KZ gebracht. Beide Eheleute überlebten.

Dass die Stadt Eckernförde als ehemaliger Arbeitgeber das im Entschädigungsverfahren Götting zugesprochene Ruhegehalt in den 50er Jahren in Frage stellte, ist ein peinliches Kapitel der städtischen „Vergangenheitsbewältigung“.